Wie melde ich meine Selbständigkeit an?

Wie und wo Sie Ihre Selbständigkeit anmelden hängt von Ihrer gewählten Rechtsform ab und ob Ihre geplante selbständige Tätigkeit zu den Freien Berufen gehört oder ein Gewerbe ist.

Personenunternehmen

Personenunternehmen

Als Einzelunternehmer*in melden Sie Ihre selbständige Tätigkeit:

Wenn Sie zu zweit oder mit mehreren Personen eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründen möchten, dann meldet sich zunächst jede*r Gründer*in als Einzelunternerhmer*in an bei der Gewerbehörde an (Gewerbeanmeldung). Danach reichen Sie gemeinsam zusätzlich ein weiteres Formular „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung Gründung einer Personengesellschaft/-gemeinschaft“ beim Finanzamt ein, um die GbR anzumelden. Die GbR wird unter einer eigenen Steuernummer geführt.

Anmeldung beim Finanzamt: online über ELSTER

Innerhalb eines Monats nach Eröffnung des Betriebs bzw. nach Aufnahme der Tätigkeit müssen Sie spätestens das Finanzamt informieren. Die Anmeldung beim Finanzamt erfolgt papierlos, da alle Fragebögen zur steuerlichen Erfassung nur noch online über das Dienstleistungsportal der Finanzverwaltung, dem sogenannten ELSTER-Portal, zur Verfügung stehen. In einem ersten Schritt registrieren Sie sich unter www.elster.de  – die Registrierung ist einmalig, kostenfrei und erfordert keine Software-Installation. Anschließend erhalten Sie aus Sicherheitsgründen in einem zweistufigen Verfahren (per Mail und per Post) Ihre Zugangsdaten. Damit schließen Sie den Registrierungsvorgang ab und erhalten die Möglichkeit in Ihrem Benutzer-Konto unter der Rubrik „Formulare & Leistungen > Alle Formulare“ den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ auszufüllen und elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Nach Prüfung Ihres Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und ggf. weiterer Unterlagen wird das Finanzamt Ihnen eine eigene Steuernummer für Ihre gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit mitteilen.

Zusammengefasst: Eine Zuteilung der Steuernummer und eine umsatzsteuerliche Erfassung können erst dann erfolgen, wenn der ausgefüllte Fragebogen zusammen mit den erforderlichen Unterlagen beim Finanzamt vorliegt. Die Steuernummer benötigen Sie, um Rechnungen stellen zu können.

Häufig gefragt: Was ist der Unterschied zwischen Steuer-ID, Steuernummer und Umsatzsteuer-ID?

  • Die Steuer-ID (steuerliche Identifikationsnummer) besteht aus 11 Ziffern, sie ist personenbezogen, gilt ein Leben lang und wird vom Bundeszentralamt für Steuern vergeben
  • Die Steuernummer besteht aus 10 bis 11 Ziffern, die meist durch zwei Schrägstriche getrennt werden. Sie wird von Ihrem zuständigen Finanzamt im Rahmen der steuerlichen Erfassung erteilt z.B. wenn Sie Arbeitnehmer*in sind oder freiberuflicher bzw. gewerbliche tätig werden. Es ist möglich, mehrere Steuernummer zu haben, z.B. wenn Sie angestellt sind und nebenbei selbständig arbeiten.
  • Die Umsatzsteuer-ID (Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, USt-IdNr.) beginnt mit dem EU-Länderkürzel, DE für Deutschland, gefolgt von bis zu zwölf Ziffern. Sie wird Unternehmer*innen zusätzlich zur oben genannten Steuernummer für ihre gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit erteilt und zwar vom Bundeszentralamt für Steuern. Gründer*innen können die Umsatzsteuer-ID auch im „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ beantragen. Sie ist für die Abwicklung von Geschäften zwischen Unternehmen in verschiedenen Ländern der Europäischen Union wichtig.

Tipp

Kalkulieren Sie für die Registrierung im ELSTER-Portal bis zu zwei Wochen. Sobald Sie über ELSTER Ihren „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ beim Finanzamt eingereicht haben, kann es mehrere Wochen dauern, bis Sie Ihre Steuernummer erhalten. Starten Sie daher die Registrierung im ELSTER-Portal noch vor allen weiteren Gründungsschritten. Bei technischen Schwierigkeiten mit ELSTER erreichen Sie die Hotline hier. Allgemeine Auskünfte erhalten Sie über das Service-Telefon des Finanzamts hier. Für eine steuerliche Beratung wenden Sie an den*die Steuerberater*in Ihrer Wahl.

Tipp

Starten Sie mit einer freiberuflichen Tätigkeit, wird das Finanzamt häufig einen Nachweis der fachlichen Qualifikation (abgeschlossenes Studium oder gleichwertiger Berufsabschluss) anfordern. Um die Prüfung Ihres Fragebogens durch das Finanzamt zu beschleunigen, können Sie diese Unterlagen bereits bei der Anmeldung bereit stellen.

Welcher Beruf tatsächlich zu den Freien Berufen gehört, ist nicht immer leicht festzustellen. Letztendlich entscheidet das Finanzamt, ob Ihre Tätigkeit aus Sicht des Steuerrechts freiberuflich oder gewerblich ist. Es kommt immer wieder vor, dass die Anmeldungen von (vermeintlichen) Freiberuflern bei den Finanzämtern ohne nähere Prüfung akzeptiert werden. Betroffene Personen gehen dann ebenso häufig wie fälschlich von einer Anerkennung als Freiberufler aus. Wenn Sie sich trotz Unsicherheit als freiberuflich (im Steuerdeutsch: selbstständig) bei Finanzamt anmelden, so ist dies unschädlich, so lange nicht eine Betriebsprüfung nachträglich ein Gewerbe feststellt. Es kann sehr teuer werden, wenn man Sie nachträglich als Gewerbetreibenden einstuft und Sie dann Gewerbesteuer nachzahlen müssen.

Im Einzelfall  kann es auch vorkommen, dass das Finanzamt die Freiberuflichkeit akzeptiert, während das Gewerbeamt aus Sicht des Gewerberechts eine Gewerbeanmeldung fordert. So liegt beispielsweise eine freiberufliche unterrichtende Tätigkeit aus der Sicht der Gewerbebehörden nur dann vor, wenn Sie für die Ausübung der Tätigkeit einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss nachweisen können.

Mehr Informationen

Merkblatt zur steuerlichen Erfassung

www.finanzamt.bayern.de

ELSTER Hilfe

www.elster.de

Steuern und Buchhaltung

gruenden-muenchen.de

Gewerbe oder Freier Beruf

gruenden-muenchen.de
Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften

  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) (1 Person und mehr)
  • Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt (UG haftungsbeschränkt) (1 Person und mehr)

Bei Kapitalgesellschaften beinhaltet der Anmeldeprozess beispielsweise eine Abklärung des geplanten Firmennamens und Unternehmensgegenstandes, eine Beurkundung von (Muster-)Gründungsprotokoll und Gesellschaftsvertrag beim Notar, die Einzahlung des Stammkapitals,  die Anmeldung der Gesellschaft zum Handelsregister durch den Notar und dann erst die Gewerbeanmeldung sowie Anmeldung beim Finanzamt.

Planen Sie ausreichend Vorlaufzeit für diesen Anmeldeprozess ein und kalkulieren Sie die Kosten, die stark variieren können, je nachdem ob Sie mit Muster-Gründungsprotokoll gründen oder individuell ausgearbeitete Verträge aufsetzen.

IHK Ratgeber: GmbH und UG gründen

www.ihk-muenchen.de

FAQ

Kleingewerbe und Kleinunternehmerregelung

Bin ich ein Kleingewerbe?

Ein Kleingewerbe sind Sie dann, wenn Sie ein Gewerbe anmelden und sich als Einzelunternehmer selbständig machen und mit weniger als 60.000 Euro Gewinn und weniger als 600.000 Euro Umsatz im Jahr rechnen.
⇒ Für Sie gilt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB).
⇒ Zur Gewinnermittlung gegenüber dem Finanzamt reicht eine einfache Buchführung mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung aus.

Ein wichtiger Aspekt beim Kleingewerbe ist also die Art der Gewinnermittlung. Überschreiten Sie als gewerbliches Einzelunternehmen die oben genannte Gewinn- oder Umsatzschwelle, dann müssen Sie Ihren Gewinn nach der doppelten Buchführung ermitteln und das beinhaltet auch die jährliche Erstellung einer Bilanz sowie einer Gewinn- und Verlustrechnung.

Der Begriff Kleingewerbe sagt nichts darüber aus, ob Sie in Ihren Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen oder die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen.

Ich will die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen – wie mache ich das?

Sie planen eine Selbständigkeit (als Gewerbe oder im Freier Beruf) und rechnen im Gründungsjahr mit weniger als 22.000 € Brutto-Jahresumsatz? Dann können Sie im Formular zur Anmeldung beim Finanzamt, dem sogenannten Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, ankreuzen, dass Sie die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen möchten. Sie weisen dann keine Umsatzsteuer in Ihren Rechnungen aus und begründen dies beispielsweise mit dem abgedruckten Hinweis: „Gemäß § 19 Abs. 1 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“ Da Sie keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen, können Sie auch nicht selbst gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt als Vorsteuer erstattet bekommen.

Tipp: Die Gesamtumsatzgrenze von 22.000€ enthält bereits die Umsatzsteuer und bezieht sich immer auf ein ganzes Kalenderjahr. Wer mit der Selbständigkeit während des Jahres startet, muss den voraussichtlichen Umsatz also auf zwölf Monate hochrechnen.

Mehr zum Thema Steuern und Buchführung finden Sie hier.

 

Wo und wie melde ich mein Gewerbe an?

Ihr Gewerbe melden Sie sowohl bei der Gewerbebehörde als auch beim Finanzamt an.

1. Schritt: Gewerbeanmeldung bei der Gewerbebehörde

Für die Gewerbeanmeldung ist die Stadt- oder Gemeindeverwaltung (Gewerbe- und Ordnungsamt) zuständig, bei der Sie künftig Ihren Betriebssitz haben werden. In der Stadt München wenden Sie sich an das Kreisverwaltungsreferat (KVR). Nutzen Sie für die Gewerbeanmeldung das Formular „Gewerbeanmeldung“ und bei Bedarf unsere Ausfüllhilfe. Je nach Rechtsform kostet die Gewerbeanmeldung zwischen 50 bis 60 Euro. Die Gewerbebehörde bescheinigt den Empfang der Gewerbeanzeige mit dem sogenannten Gewerbeschein.

Gewerbeanmeldung (pdf, 145 KB)

Ausfüllhilfe Gewerbeanmeldung (pdf, 142 KB)

Informieren Sie sich über weitere Unterlagen im Einzelfall online auf der Website der Münchner Gewerbehörde:
www.muenchen.de

Tel.: 089 233-96030

 

Gewerbe persönlich nach Terminvereinbarung anmelden:
Kreisverwaltungsreferat (KVR), Hauptabteilung III, Gewerbeangelegenheiten und Verbraucherschutz, Gewerbemeldungen
Implerstraße 11, 81371 München
online Terminvereinbarung

Gewerbe per Post oder per Email anmelden:
Kreisverwaltungsreferat (KVR), Hauptabteilung III, Gewerbeangelegenheiten und Verbraucherschutz, Gewerbemeldungen
Ruppertstr. 19, 80466 München
Email: gewerbemeldung.kvr@muenchen.de

 

2. Schritt: Anmeldung der unternehmerischen Tätigkeit beim Finanzamt

Sie sind verpflichtet, das für Sie zuständige Finanzamt innerhalb eines Monats nach Eröffnung des Betriebs bzw. nach Aufnahme der Tätigkeit selbst zu informieren und einen Fragebogen auszufüllen. Welches Finanzamt für Sie zuständig ist, richtet sich grundsätzlich danach, wo Sie Ihre Einkünfte erzielen. In München wenden Sie sich an das Finanzamt München. Nutzen Sie für die Anmeldung beim Finanzamt das Formular „Fragebogen für die steuerliche Erfassung“.  Den Fragebogen erhalten Sie ausschließlich online über das offizielle Internetportal des Finanzamts, Mein ELSTER. Nachdem Sie sich bei MeinELSTER registriert haben, füllen Sie den Fragebogen sehr sorgfältig aus, Ihre Antworten haben weitreichende Konsequenzen. Holen Sie sich bei Bedarf Beratung und Unterstützung von Steuerfachleuten. Das Finanzamt erteilt Ihnen nach Prüfung des Fragebogens eine Steuernummer für Ihre unternehmerische Tätigkeit. Diese Steuernummer brauchen Sie, um Rechnungen zu stellen.

Finanzamt München: Fragebögen für die steuerliche Erfassung

Finanzamt München: Ansprechpartner für Gründer*innen

Finanzamt München: steuerliche Infos für Gründer*innen

Mein ELSTER Portal: Anleitung zum Fragebogen für die steuerlichen Erfassung

Existenzgründungsportal BMWi: Finanzamt

 

Weitere Schritte

Prüfen Sie, ob Sie sich bei weiteren Institutionen und Behörden wie den Trägern der Sozialversicherung melden müssen, ob Sie amtliche Genehmigungen und Erlaubnisse benötigen und welche Gesetze und Verordnungen für Ihre unternehmerische Praxis wichtig sein können.

Wie melden Freiberufler eine GbR an?

Als zukünftige*r Freiberufler*in melden Sie Ihre unternehmerische Tätigkeit beim Finanzamt an.

Anmeldung der unternehmerischen Tätigkeit beim Finanzamt

Sie sind verpflichtet, das für Sie zuständige Finanzamt innerhalb eines Monats nach Eröffnung des Betriebs bzw. nach Aufnahme der Tätigkeit selbst zu informieren und einen Fragebogen auszufüllen. Welches Finanzamt für Sie zuständig ist, richtet sich grundsätzlich danach, wo Sie Ihre Einkünfte erzielen. In München wenden Sie sich an das Finanzamt München. Nutzen Sie für die Anmeldung beim Finanzamt das Formular „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung: Gründung einer Personengesellschaft / -gemeinschaft“. Wichtig: Sie müssen für das Finanzamt nur einen Fragebogen für die GbR als Personengesellschaft ausfüllen. Den Fragebogen erhalten Sie ausschließlich online über das offizielle Internetportal des Finanzamts, Mein ELSTER. Nachdem Sie sich bei MeinELSTER registriert haben, füllen Sie den Fragebogen sehr sorgfältig aus, Ihre Antworten haben weitreichende Konsequenzen. Holen Sie sich bei Bedarf Beratung und Unterstützung von Steuerfachleuten. Das Finanzamt erteilt Ihnen nach Prüfung des Fragebogens eine Steuernummer für Ihre unternehmerische Tätigkeit. Diese Steuernummer brauchen Sie, um Rechnungen zu stellen.

Finanzamt München: Fragebögen für die steuerliche Erfassung

Finanzamt München: Ansprechpartner für Gründer*innen

Finanzamt München: steuerliche Infos für Gründer*innen

Mein ELSTER Portal: Anleitung zum Fragebogen für die steuerlichen Erfassung

Existenzgründungsportal BMWi: Finanzamt

 

Sie sind sich nicht sicher, ob es sich bei Ihre geplanten Tätigkeit nicht doch um Gewerbe handelt? Oder qualifiziert sich ein*e Gesellschafter*in der GbR nicht für die Freien Berufe, sondern für eine Gewerbe? Hier nachlesen

Weitere Schritte

Prüfen Sie, ob Sie sich bei weiteren Institutionen und Behörden wie den Trägern der Sozialversicherung melden müssen, ob Sie amtliche Genehmigungen und Erlaubnisse benötigen und welche Gesetze und Verordnungen für Ihre unternehmerische Praxis wichtig sein können.

Mehr zu Rechtsformen erfahren Sie hier