Gründung im Nebenerwerb

Was ist eine Nebenerwerbs- und Teilzeitgründung?

Bei dieser Form sind Gründerinnen und Gründer hauptberuflich beispielsweise als Angestellte tätig und im Nebenberuf selbständig (Nebenerwerbsgründung). Auch Teilzeitgründungen sind beliebt, beispielsweise neben Studium, Ausbildung, Familie oder Rente. Zu den Vorteilen zählen die Möglichkeit, ohne finanziellen Druck seine Geschäftsidee erst einmal auszuprobieren, zeitliche Flexibilität, ein zumeist geringerer Finanzbedarf als bei einer Gründung im Vollerwerb und im Idealfall ein zusätzliches Einkommen. Die nebenberufliche Selbstständigkeit unterliegt den gleichen Spielregeln wie die einer Vollerwerbsgründung. Besonderheiten gibt es Arbeitsrecht, Sozialversicherung und den Anforderungen bei Steuer (Kleinunternehmerregelung).

Gründen im Nebenerwerb

Mehr Informationen

IHK Ratgeber „Nebenberuflich selbstständig“

www.ihk-muenchen.de

Existenzgründerportal „Teilzeit- und Kleinstgründungen“

www.existenzgruender.de
Hauptberuflich angestellt und nebenberuflich selbstständig machen

Hauptberuflich angestellt und nebenberuflich selbstständig machen

Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Arbeitsvertrag oder tarifrechtliche Bestimmungen eine sogenannte „Nebentätigkeitsklausel“ enthalten. Diese regelt, ob Ihr Arbeitgeber vor Aufnahme einer Nebentätigkeit informiert werden oder sogar einwilligen muss. Das ist häufig der Fall.

Sprechen Sie auch mit Ihrer Krankenversicherung. Bei gesetzlich Krankenversicherten ist der Status entscheidend: Solange Ihre selbständige Tätigkeit von der Krankenkasse als Nebenerwerb eingestuft ist, ändert sich nichts für Sie. Wenn die Krankenkasse Ihre Selbständigkeit aber als Haupterwerb einstuft, müssen Sie Ihre Krankenversicherung zukünftig alleine tragen. Dies kann der Fall sein, wenn Ihre selbständige Tätigkeit den Umfang der Angestelltentätigkeit (Stunden oder Einkommen) übersteigt.

Für einige selbständig Tätige besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung – auch bei nebenberuflicher Selbständigkeit. Dies gilt z.B. für selbständige Lehrer, Künstler, Publizisten. Eine Auflistung versicherungspflichtiger Selbständiger finden Sie im § 2 Sozialgesetzbuch VI. Sofern Ihre Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit die jeweils geltende monatliche Freigrenze nicht überschreiten, können Sie eine Befreiung von der Beitragszahlung beantragen.

Selbständig in Eltern- und Familienzeit

Selbständig in Eltern- und Familienzeit

Mütter und Väter können während der Elternzeit bis zu 30 Wochenstunden erwerbstätig sein bzw. eine selbständige Tätigkeit ausüben (§ 15 BEEG). Vorausgesetzt: Der Arbeitgeber stimmt zu. Prüfen Sie daher zuerst, ob Ihr Arbeitsvertrag oder tarifrechtliche Bestimmungen eine sogenannte „Nebentätigkeitsklausel“ enthalten. Diese regelt, ob Ihr Arbeitgeber vor Aufnahme einer Nebentätigkeit informiert werden oder sogar einwilligen muss. Das ist häufig der Fall.

Sie beziehen Elterngeld? Dann sollten Sie wissen, das Ihr Einkommen aus selbständiger Tätigkeit auf das Elterngeld angerechnet wird. Nutzen Sie den BMFSFJ-Elterngeldrechner für eine erste Kalkulation. Berücksichtigen Sie auch Kombinationen von Elterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus.

Viele Mütter und Väter sind in einer gesetzlichen Krankenkasse familienversichert und zahlen daher keine Beiträge. Dies kann auch so bleiben, sofern der zeitliche Aufwand und die Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit die jeweils geltenden Freigrenze nicht überschreiten. Bitte wenden Sie sich für eine individuelle Prüfung an die zuständige gesetzliche Krankenversicherung.

Für einige selbständig Tätige besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung – auch bei nebenberuflicher Selbständigkeit. Dies gilt z.B. für selbständige Lehrer, Künstler, Publizisten. Eine Auflistung versicherungspflichtiger Selbständiger finden Sie im § 2 Sozialgesetzbuch VI. Sofern Ihre Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit die jeweils geltende monatliche Freigrenze nicht überschreiten, können Sie eine Befreiung von der Beitragszahlung beantragen.

Mehr Informationen

Existenzgründerportal „Ihre Startposition: Eltern“

www.existenzgruender.de
Selbständige in Studium oder Ausbildung

Selbständige in Studium oder Ausbildung

Viele Studierende und Auszubildende sind in einer gesetzlichen Krankenkasse familienversichert und zahlen daher keine Beiträge. Dies kann auch so bleiben, sofern der zeitliche Aufwand und die Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit die jeweils geltenden Freigrenze nicht überschreiten. Bitte wenden Sie sich für eine individuelle Prüfung an die zuständige gesetzliche Krankenversicherung.

Studierende, die nicht oder nicht mehr familienversichert sind und sich selbst gesetzlich versichern („Studentische Krankenversicherung“), sollten ebenfalls ihre Krankenkasse vor Start der selbständigen Tätigkeit informieren.

Wer BAföG erhält, klärt mit dem Amt für Ausbildungsförderung oder beim Studierendenwerk ab, inwiefern Einkommen aus einer selbständigen Tätigkeit angerechnet wird. Sie erhalten Kindergeld und sind in einer Zweitausbildung oder einem Zweitstudium? Dann sprechen Sie mit der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit bis zu welcher Höhe die Einkünfte aus der Selbständigkeit frei bleiben.

Mehr Informationen

Existenzgründungsportal des Bundes

www.existenzgruender.de

Studentenwerk: BAföG-Beratungsstelle in München

www.studentenwerk-muenchen.de

Referat für Bildung und Sport: Amt für Ausbildungsförderung

stadt.muenchen.de

Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit

www.arbeitsagentur.de
Selbständig während der Arbeitslosigkeit

Selbständig während der Arbeitslosigkeit

Erhalten Sie Arbeitslosengeld I und möchten sich während der Arbeitslosigkeit mit einer Nebentätigkeit selbständig machen? Das ist nach Rücksprache mit der Agentur für Arbeit grundsätzlich denkbar. Voraussetzung ist, dass der zeitliche Umfang Ihrer Nebentätigkeit 15 Stunden wöchentlich nicht übersteigt. Der Gewinn aus Ihrer selbstständigen Tätigkeit wird nach Abzug eines Freibetrags auf das Arbeitslosengeld I angerechnet. Sie planen eine Gründung im Vollerwerb, um Ihre Arbeitslosigkeit zu beenden? Dann kann Sie die Agentur für Arbeit mit einer Förderung, dem Gründungszuschuss, unterstützen.

Erhalten Sie Arbeitslosengeld II und möchten sich während der Arbeitslosigkeit mit einer Nebentätigkeit selbständig machen? Ihr Jobcenter berät Sie über die Voraussetzungen und die Anrechnung der Gewinne Ihrer selbstständigen Tätigkeit auf das Arbeitslosengeld II. Sie planen eine Gründung im Vollerwerb, um Ihre Arbeitslosigkeit zu beenden? Lassen Sie sich vom Jobcenter über mögliche finanzielle Hilfen beraten. Eine solche Unterstützung ist zum Beispiel das sogenannte Einstiegsgeld.

Die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit ist der gesetzlichen Krankenversicherung zu melden. Für einige selbständig Tätige besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung – auch bei nebenberuflicher Selbständigkeit.

Mehr Informationen

IHK Ratgeber „Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit“

www.ihk-muenchen.de

Existenzgründerportal „Gründung aus der Arbeitslosigkeit“

www.existenzgruender.de
Selbständig im Rentenalter

Selbständig im Rentenalter

Wer die Regelaltersgrenze (65. Lebensjahr, seit 2012 stufenweise auf das 67. Lebensjahr steigend) erreicht hat und eine Regelaltersrente bezieht, kann ohne Einschränkung als Selbständiger hinzuverdienen.

Erhalten Sie eine vorgezogene Altersrente, also eine Rente vor Erreichen der Regelaltersgrenze, eine Erwerbsminderungsrente oder eine Hinterbliebenen­rente wie z.B. Witwen-, Witwer- und Waisenrente, gilt es Freibeträge und eine individuelle Höchstgrenze für den Hinzuverdienst zu beachten. Für einige selbständig Tätige besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung – auch bei nebenberuflicher Selbständigkeit. Lassen Sie sich beraten!

Die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit ist der gesetzlichen Krankenversicherung zu melden.

Mehr Informationen

Deutsche Rentenversicherung (DRV)

www.deutsche-rentenversicherung.de

Versicherungsamt der Stadt München

www.versicherungsamt-muenchen.de

FAQ

Ich bin noch nicht 18 Jahre – kann ich mich selbständig machen?

Als minderjährig gilt, wer das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Minderjährige gelten im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) als beschränkt geschäftsfähig und dürfen eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit nur unter bestimmten Voraussetzungen (§ 112 Absatz 1des BGB ) starten:

  1. Ermächtigung des gesetzlichen Vertreters, in der Regel der Eltern
  2. Genehmigung des Familiengericht

Das Familiengericht prüft vor Erteilung der Genehmigung ob Sie die für den Betrieb eines Unternehmens erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen. Hintergrund ist unter anderem, dass der Minderjährige davor geschützt werden soll, unbedarft Verpflichtungen einzugehen, die ihm oder ihr erheblichen finanziellen Schaden bereiten können. Wenn die Genehmigung vorliegt, können Sie mit voller rechtlicher Verantwortung die üblichen mit einem Unternehmen verbundenen Geschäfte für das Unternehmen ausführen – von steuerlichen Verpflichtungen bis hin zu Verträgen mit Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitenden. Ausnahmen gibt es für spezielle Geschäfte wie beispielsweise die Aufnahme eines Kredits, der Erwerb einer Immobilie oder die Erteilung von Prokura.

Informationen & Kontakte

IHK Offenbach: Gewerbeausübung durch Minderjährige

Familiengericht im Amtsgericht München

 

Selbständig machen als Studierende oder Azubi – worauf muss ich achten?

Viele Studierende und Auszubildende, die beitragsfrei in der Familienversicherung der Eltern krankenversichert sind, möchten diesen Status auch bei einer Selbständigkeit beibehalten. Worauf Sie achten müssen, erklären wir in unserem Beitrag Gründung im Nebenerwerb.