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Finanzierung & Förderung

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Gewerbe oder Freier Beruf?

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Rechtsform

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Steuern und Buchführung

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Betriebliche Versicherungen

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Private Absicherung

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Netzwerke

Freier Beruf oder Gewerbe

Klären Sie gleich zu Beginn, ob Ihre geplante selbständige Tätigkeit zu den Freien Berufen gehört oder ein Gewerbe ist. Dies hat viele rechtliche und steuerliche Folgen.
  • Welche besonderen Vorschriften/Voraussetzungen müssen Sie beachten?
  • Wie sind die Auswirkungen auf Steuern und Pflichtmitgliedschaften?
  • Wo müssen Sie Ihre Tätigkeit anmelden?

Mehr Informationen

Video: Gewerbe oder Freier Beruf

www.muenchen.de/gruendung

Existenzgründungsportal des BMWi – Freie Berufe

www.existenzgruender.de
Freier Beruf

Freier Beruf

Zu den freien Berufen zählen zum Beispiel Ärzt*innen, Heilpraktiker*innen, Rechtsanwält*innen, Steuerberater*innen und Ingenieure*innen. Auch wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende, erzieherische oder beratende Tätigkeiten können freiberuflich sein. Es ist wichtig zu klären, ob Ihre geplante Tätigkeit tatsächlich zu den Freien Berufen zählt. Diese Einordnung kann schwierig sein und ist abhängig vom konkreten Einzelfall!

Auswirkungen

  • Es fällt keine Gewerbesteuer an.
  • Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ist immer ausreichend unabhängig von Umsatz oder Gewinn.
  • Pflichtmitgliedschaft in berufsständischen Kammern möglich, zum Beispiel für: Architekt*innen, Ärzt*innen, Rechtsanwälte und Steuerberater*innen.
  • Achtung: auch als Selbständige*r in einem Freien Beruf können Sie ggf. der Rentenversicherungspflicht unterliegen.
  • Gegebenfalls Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft erforderlich. Bitte erkundigen Sie sich direkt bei der Berufsgenossenschaft!

Anmeldung

  • Keine Gewerbeanmeldung erforderlich
  • Anmeldung des Freien Berufs direkt beim Finanzamt durch Einreichen des „Fragebogens für die steuerliche Erfassung“.
  • Vom Finanzamt bekommen Sie dann eine Steuernummer für Ihre selbständige Tätigkeit. Diese Steuernummer brauchen Sie, um Rechnungen zu schreiben.

Mehr Informationen

Lassen Sie sich beraten:
Institut für Freie Berufe (IFB)
Tel: 0911 / 23 565-0
Gründungshotline 0911 / 23 565 28, Mo – Fr 09:00 – 13:30 Uhr

www.ifb.uni-erlangen.de

Deutsche Rentenversicherung Bund

www.deutsche-rentenversicherung.de

Berufsgenossenschaften Tel: 0800 60 50 40 4

www.dguv.de

Finanzamt München – Infos für Existenzgründer

www.finanzamt.bayern.de

Selbständig mit Coaching, Beratung, Training oder Unterricht

www.gruenden-muenchen.de

Praxishilfen Existenzgründungsportal

Info: Be­ra­ten­der Be­triebs­wirt als frei­er Be­ruf (PDF)

www.existenzgruender.de

Info: Frei­be­ruf­li­che Künst­le­rin­nen und Künst­ler (PDF)

www.existenzgruender.de

Info: Leh­ren­de, Trai­ner und Coa­ches – frei­be­ruf­li­ch oder ge­werb­li­ch? (PDF)

www.existenzgruender.de
Gewerbe

Gewerbe

Grundsätzlich besteht Gewerbefreiheit in Deutschland. Aber: Es gibt erlaubnispflichtige, überwachungsbedürftige und zulassungspflichtige (= Handwerk) Gewerbe, für die Sie eine besondere Erlaubnis oder Zulassung benötigen.

Auswirkungen

  • Es besteht Gewerbesteuerpflicht.
  • Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder doppelte Buchführung (je nach Rechtsform bzw. Höhe der Umsätze/Gewinne)
  • Pflichtmitgliedschaft in der IHK (Industrie- und Handels kammer) und/oder HWK (Handwerkskammer).
  • Achtung: auch als Selbständige*r in einem Gewerbe können Sie ggf. der Rentenversicherungspflicht unterliegen.
  • Ggf. Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft erforderlich. Bitte erkundigen Sie sich direkt bei der Berufsgenossenschaft!

Anmeldung

  • 1. Schritt: Mit Formular „Gewerbeanmeldung“ persönlich beim Kreisverwaltungsreferat (im Landkreis bei der jeweiligen Gemeinde) anmelden. Ausweis erforderlich, Kosten 50 bis 60 Euro (abhängig von der Rechtsform)
  • 2. Schritt: „Fragebogen für die steuerliche Erfassung“ beim Finanzamt einreichen. Vom Finanzamt bekommen Sie dann eine Steuernummer für Ihre selbständige Tätigkeit. Diese Steuernummer brauchen Sie, um Rechnungen zu schreiben.

Besonderheiten im Handwerk

Viele handwerkliche Tätigkeiten dürfen Sie nur ausführen, wenn Sie über eine entsprechende Genehmigung verfügen. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie selbst die notwendige Qualifikation erfüllen oder eine qualifizierte Betriebsleitung
einstellen. Beispiele: Maler*in, Lackierer*in, Elektroinstallateur*in, Friseur*in, Bäcker*in, Konditor*in. Man unterscheidet zwischen:

  • zulassungspflichtigen Handwerken (zum Beispiel Bäcker*in, Konditor*in, Fliesenleger*in)
  • zulassungsfreien Handwerken (zum Beispiel Fotograf*in, Gebäudereiniger*in)
  • handwerksähnlichen Gewerben (zum Beispiel Kosmetiker*in, Änderungsschneider*in, Speiseeishersteller*in)

Mehr Informationen

Video: Formalitäten zur Unternehmensgründung

www.muenchen.de/gruendung

Erlaubnis- oder Überwachungspflichten

www.ihk-muenchen.de

Handwerkskammer München | Gründeragentur
Tel: 089 / 5119 167

www.hwk-muenchen.de

Deutsche Rentenversicherung

www.deutsche-rentenversicherung.de

Berufsgenossenschaften Tel: 0800 60 50 40 4

www.dguv.de

Landeshauptstadt München | Kreisverwaltungsreferat (KVR)

www.muenchen.de

Finanzamt München – Infos für Existenzgründer

www.finanzamt.bayern.de
Gemischte Tätigkeiten – gewerblich und freiberuflich

Gemischte Tätigkeiten – gewerblich und freiberuflich

Es gibt die Möglichkeit, sowohl freiberuflich als auch gewerblich tätig zu sein. Diese sogenannten gemischten Tätigkeiten können beispielsweise der Fall sein, wenn eine freiberufliche Heilpraktikerin auch Nahrungsergänzungsmittel, Diät- oder andere Gesundheitsprodukte verkauft (Gewerbe). Wer vermeiden möchte, dadurch womöglich den Freiberuflerstatus zu verlieren, sollte die freiberuflichen und gewerblichen Tätigkeit steuerlich trennen. Das heißt: Entweder werden für die freiberuflichen und gewerblichen Tätigkeiten jeweils getrennte Rechnungen gestellt oder sie werden in einer Rechnung separat aufgeführt. In der Einkommensteuererklärung müssen die Einkünfte allerdings zwingend getrennt angegeben werden. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass die freiberuflichen Einkünfte als gewerblich eingestuft und damit gewerbesteuerpflichtig werden.

Prüfen Sie daher, welche der gemischten Tätigkeit als gewerblich oder als freiberuflich einzustufen ist. Und ob sich die Tätigkeiten klar voneinander trennen lassen („trennbar gemischte Tätigkeit“) oder nicht („untrennbar gemischte Tätigkeit“).

Fragen bei Abgrenzungsschwierigkeiten beantwortet das Institut für Freie Berufe . Für eine individuelle steuerliche Beratung wenden Sie sich an einen Steuerberater oder eine Steuerberaterin Ihrer Wahl.

Mehr Informationen

Existenzgründungsportal: Überblick gemischte Tätigkeiten

www.existenzgruender.de

Existenzgründungsportal: praktische Beispiele

www.existenzgruender.de

Institut für Freie Berufe: Freier Beruf oder Gewerbe (PDF 616 KB)

www.ifb.uni-erlangen.de

FAQ

Welche Angebote gibt es für Gründerinnen?

In der Rubrik “ Tipps für Gründerinnen“ haben wir Informationen zu Beratung und Coaching, Finanzierung und Förderung sowie Netzwerke und Wettbewerbe mit einem Fokus auf Gründerinnen zusammengestellt.

Wo finde ich Fachleute zu Steuer-, Rechts- oder Versicherungsfragen?

Das Münchner Gründungsbüro bietet keine Versicherungs-, Steuer- oder Rechtsberatung an und darf auch keine Fachleute vorschlagen.

In der Rubrik Ansprechpartner haben wir verschiedene Suchmöglichkeiten nach Experten und Expertinnen für Sie zusammengestellt.

Im Rahmen von Workshops, Seminaren oder anderen Veranstaltungen ergibt sich häufig die Möglichkeit, andere Gründerinnen und Gründer nach ihren Erfahrungen zu Fachleuten zu befragen. Eine Auswahl an Terminen finden Sie in der Rubrik Events.

 

Wo und wie melde ich meine freiberufliche Tätigkeit an?

Als zukünftiger Freiberufler*in melden Sie Ihre unternehmerische Tätigkeit beim Finanzamt an.

Anmeldung beim Finanzamt: online über ELSTER

Innerhalb eines Monats nach Eröffnung des Betriebs beziehungsweise nach Aufnahme der Tätigkeit müssen Sie spätestens das Finanzamt informieren.

Welches Finanzamt für Sie zuständig ist, richtet sich grundsätzlich danach, wo Sie Ihre Einkünfte erzielen. In München wenden Sie sich an das Finanzamt München. Die Anmeldung beim Finanzamt erfolgt papierlos, da alle Fragebögen zur steuerlichen Erfassung nur noch online über das Dienstleistungsportal der Finanzverwaltung, dem sogenannten ELSTER-Portal, zur Verfügung stehen.

In einem ersten Schritt registrieren Sie sich unter www.elster.de  – die Registrierung ist einmalig, kostenfrei und erfordert keine Software-Installation.

Im zweiten Schritt erhalten Sie aus Sicherheitsgründen in einem zweistufigen Verfahren per E-Mail und per Post Ihre Zugangsdaten. Damit schließen Sie den Registrierungsvorgang ab.

Nun haben Sie die Möglichkeit in Ihrem Benutzer-Konto unter der Rubrik „Formulare & Leistungen > Alle Formulare“ den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ auszufüllen und elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Füllen Sie den Fragebogen sehr sorgfältig aus, Ihre Antworten haben weitreichende Konsequenzen. Holen Sie sich bei Bedarf Beratung und Unterstützung von Steuerfachleuten.

Nach Prüfung Ihres Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und gegebenenfalls weiterer Unterlagen wird das Finanzamt Ihnen eine eigene Steuernummer für Ihre  freiberufliche Tätigkeit mitteilen. Diese Steuernummer brauchen Sie, um Rechnungen zu stellen.

SchmuckbildAnleitung zur Anmeldung beim Finanzamt (PDF, MB)

 

Finanzamt München: Fragebögen für die steuerliche Erfassung

Finanzamt München: Ansprechpartner für Gründer*innen

Finanzamt München: steuerliche Infos für Gründer*innen

Mein ELSTER Portal: Anleitung zum Fragebogen für die steuerlichen Erfassung

Existenzgründungsportal BMWi: Finanzamt

 

Tipp

Kalkulieren Sie für die Registrierung im ELSTER-Portal bis zu zwei Wochen. Sobald Sie über ELSTER Ihren „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ beim Finanzamt eingereicht haben, kann es mehrere Wochen dauern, bis Sie Ihre Steuernummer erhalten. Starten Sie daher die Registrierung im ELSTER-Portal noch vor allen weiteren Gründungsschritten. Bei technischen Schwierigkeiten mit ELSTER erreichen Sie die Hotline hier. Allgemeine Auskünfte erhalten Sie über das Service-Telefon des Finanzamts hier. Für eine steuerliche Beratung wenden Sie an den*die Steuerberater*in Ihrer Wahl.

Tipp

Starten Sie mit einer freiberuflichen Tätigkeit, wird das Finanzamt häufig einen Nachweis der fachlichen Qualifikation wie beispielsweise ein abgeschlossenes Studium oder ein  gleichwertiger Berufsabschluss anfordern. Um die Prüfung Ihres Fragebogens durch das Finanzamt zu beschleunigen, können Sie diese Unterlagen bereits bei der Anmeldung bereit stellen.

Welcher Beruf tatsächlich zu den Freien Berufen gehört, ist nicht immer leicht festzustellen. Letztendlich entscheidet das Finanzamt, ob Ihre Tätigkeit aus Sicht des Steuerrechts freiberuflich oder gewerblich ist. Es kommt immer wieder vor, dass die Anmeldungen von (vermeintlichen) Freiberufler*innenn bei den Finanzämtern ohne nähere Prüfung akzeptiert werden. Betroffene Personen gehen dann ebenso häufig wie fälschlich von einer Anerkennung als Freiberufler aus. Wenn Sie sich trotz Unsicherheit als freiberuflich (im Steuerdeutsch: selbstständig) bei Finanzamt anmelden, so ist dies unschädlich, so lange nicht eine Betriebsprüfung nachträglich ein Gewerbe feststellt. Es kann sehr teuer werden, wenn Sie nachträglich als Gewerbetreibenden einstuft werden und dann Gewerbesteuer nachzahlen müssen.

Im Einzelfall  kann es auch vorkommen, dass das Finanzamt die Freiberuflichkeit akzeptiert, während das Gewerbeamt aus Sicht des Gewerberechts eine Gewerbeanmeldung fordert. So liegt beispielsweise eine freiberufliche unterrichtende Tätigkeit aus der Sicht der Gewerbebehörden nur dann vor, wenn Sie für die Ausübung der Tätigkeit einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss nachweisen können.

Weitere Schritte

Prüfen Sie, ob Sie sich bei weiteren Institutionen und Behörden wie den Trägern der Sozialversicherung melden müssen, ob Sie amtliche Genehmigungen und Erlaubnisse benötigen und welche Gesetze und Verordnungen für Ihre unternehmerische Praxis wichtig sein können.